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Cranachwerk wieder in Gotha

Brüsseler Spitzen – Cranachwerk wieder in Gotha
Bis zum 23. Januar 2011 waren in einer Kabinettausstellung des Schlossmuseums Gotha fünf Darstellungen flämischer Sprichwörter von Pieter Breughel dem Jüngeren (1564 Brüssel – 1638 Antwerpen) zu sehen. Die kleinformatigen Gemälde (19 x 19 cm) stammten aus dem „Koninklijk Museum voor Schone Kunsten“ in Antwerpen. Sie waren die Gegengabe für das bedeutende Cranach-Gemälde „Christus und Maria (Magdalena)“ aus dem Schlossmuseum, das in der Ausstellung „The world of Lucas Cranach. An artist in the Age of Dürer, Titian and Metsys” im Palais der Schönen Künste in Brüssel gezeigt wurde. Diese Ausstellung vereinte etwa 100 sorgfältig ausgewählte Werke von Cranach. Neben den Meisterwerken wie „Die Kreuzigung“ aus Wien, gemalt um 1500, dem ältesten bekannten Gemälde Cranachs, oder dem „Martyrium von Sankt Katharina“, konnte man während dieser Ausstellung zahlreiche Gemälde bewundern, die nur selten oder nie in temporären Ausstellungen gezeigt wurden. Die Brüsseler Ausstellung stand unter der Schirmherrschaft Ihrer Majestäten des Königs und der Königin der Belgier sowie des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland.

Vor kurzem kehrte das Cranach-Gemälde wieder zurück und wird in der Kirchgalerie gemeinsam mit dem „Gothaer Liebespaar“ am angestammten Platz gezeigt. Das Gothaer Bild besticht vor allem durch die schlichte und menschliche Darstellung von Christus und Maria oder Maria Magdalena (diese Frage ist noch nicht endgültig entschieden). Jegliche Insignien fehlen und die farbigen Gewänder sind durch dunkle Kleider vor dunklem Grund ersetzt. Durch die frontale Ausrichtung der beiden Köpfe scheinen sie, in ihrer ganzen Natürlichkeit, direkt vor dem Betrachter zu stehen. In seinem gesamten Stil entspricht es eigentlich der Formensprache des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Damit zählt das auf Pergament gemalte Bild zu den außergewöhnlichsten und schönsten Werken des großen Meisters.

Ab Ende 2012 wird das Gemälde mit anderen herausragenden Gemälden der Gothaer Sammlung an seinem neuen dauerhaften Ausstellungsort in den Oberlichtsälen des Herzoglichen Museums Gotha präsentiert.

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