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Der Papst kommt nach Thüringen

Der Papst kommt nach Thüringen – das finde ich superDer Papst („unser Papst“ – ein Deutscher) kommt nach Thüringen. Einerseits ist es ein Staatsbesuch und andererseits der Besuch der höchsten Persönlichkeit der Katholischen Kirche. Wenn er in letzterer Funktion in Erfurt das Gespräch mit der großen Gemeinschaft anderen Glaubens, der Evangelischen Kirche, sucht, kann dieser Besuch für die Glaubensverständigung sehr wichtig werden und ist in dieser Hinsicht als wertvoll zu werten.

Des Papstes Worte während seines Aufenthaltes in Thüringen werden ebenso interessiert aufgenommen, wie Thüringen und die besuchten Orte ins Licht der Weltgegenwart gerückt sein werden.
Viel wird davon zu hören sein, wie der Vatikan an Altem und Überdenkenswertem festhält. So werden Kritikpunkte bleiben und gar neuen Nährboden erhalten. Doch darin unterscheidet sich der Papst nicht von anderen Staatschefs und auch ganz nah gesehen unserer Thüringer Regierung.

Es wird darauf ankommen, herauszuhören und so aufzunehmen, dass es zum Nutzen umgesetzt wird, was er an Akzenten setzt: Änderungen im und am bisherigen Glauben, anzustrebende Formen des gegenwärtigen und künftigen Miteinander zwischen den Glaubensrichtungen aber auch losgelöst davon, ob und wie er sich mit der politischen Welt auseinandersetzt.
 
Zeichen, Prioritäten, Glaubensannäherung, Sonnenstrahl für Thüringen als Land an sich wie als Wirtschaftsgebiet, klare Worte, Höhepunkt für Katholiken, Mahnung an den Menschen in seiner Verantwortung gegenüber der Natur sowie seiner Art – das sind gewiss ausreichende Punkte, in denen der Papst uns und auch mir ganz direkt etwas zu geben in der Lage sein sollte. Das fände ich bereits einfach super.


Freilich stören mich die ganzen speziellen Aufbauten dort, wo er öffentlich sprechen wird. Prunk und zu viel des Guten wird man sehen können. Doch da dies zum Auftreten eines Papstes eben irgendwie dazu gehört, sollten wir es tolerieren.
Es gehört einfach zu dieser Persönlichkeit dazu, wenn es auch für mich befremdlich wirkt und ein geschichtliches Überbleibsel sein mag.

Bei all dem, was wir gegenwärtig in Thüringen, Deutschland und der Welt nicht gut finden, wo Änderungen zum echten Wohl der Menschen mehr als notwendig sind, was wir aber auch nicht handkehrum ändern können, sollten wir vom Papstbesuch Thüringens auch keine Wunder erwarten.

Und was erreicht man mit Gegendemonstrationen, Mahnungen und Forderungen vor und während des Papstbesuchs – außer selbst (zwiespältig) aufzufallen? Die Probleme sind da und bleiben auch noch danach. Während des Papstbesuches werden sie weder durch ihn noch überhaupt geändert oder gar gebessert.
Den Papstbesuch einfach ablaufen lassen, zeugt meines Erachtens von mehr Größe und Achtung, lässt die Fragen offen und dadurch nicht nur etwaig aufgeworfene sondern alle auf der „Tagesordnung“ des Wirkens danach stehen. Ich denke, dass man so mehr erreichen kann.


Meinerseits: Herzlich willkommen Papst Benedikt XVI. am 23. September in unserem Thüringen!

Ihr Uwe Zerbst

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